Wissenschaftler der Harvard University haben Daten einer großen US-amerikanischen Langzeitstudie ausgewertet und festgestellt, dass der regelmäßige Verzehr ultraverarbeiteter Lebensmittel mit einem erhöhten Risiko für Demenz und andere kognitive Beeinträchtigungen verbunden sein könnte. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Zu diesen Produkten zählen Lebensmittel, die mehrere industrielle Verarbeitungsschritte durchlaufen und zahlreiche Zusatzstoffe enthalten. Dazu gehören Softdrinks, Süßigkeiten, Chips, Wurstwaren, Tiefkühlpizza, Fertiggerichte, gesüßte Frühstücksflocken, Instantnudeln, Speiseeis und Energydrinks.
Mehr als 5.000 Menschen nahmen an der Studie teil
Grundlage der Analyse waren Daten der Health and Retirement Study (HRS), einer der größten Langzeitstudien zum Altern in den USA. Seit 1992 werden Teilnehmer ab 50 Jahren regelmäßig zu ihrem Gesundheitszustand, Lebensstil und ihren Ernährungsgewohnheiten befragt. Zudem absolvieren sie Tests zur Bewertung von Gedächtnis und kognitiven Fähigkeiten.
Für die aktuelle Untersuchung wurden 5.370 Personen ausgewählt, die zu Beginn der Studie weder an Demenz litten noch über schwerwiegende Gedächtnisprobleme berichteten. Im Jahr 2013 machten sie detaillierte Angaben zu ihren üblichen Ernährungsgewohnheiten.
Anschließend beobachteten die Forscher die Teilnehmer fast neun Jahre lang und bewerteten ihre kognitiven Fähigkeiten bis zum Jahr 2020.
Welche Lebensmittel als ultraverarbeitet gelten
Als ultraverarbeitet gelten Lebensmittel, die mithilfe komplexer industrieller Verfahren hergestellt werden und zahlreiche Zutaten sowie Zusatzstoffe enthalten.
Dazu gehören:
- Süßwaren und Backwaren;
- Chips und salzige Snacks;
- Wurstwaren und andere verarbeitete Fleischprodukte;
- Tiefkühlpizza und Fertiggerichte;
- Ketchup und andere industriell hergestellte Soßen;
- gesüßte Frühstücksflocken;
- Instantnudeln;
- verpackte Backwaren;
- Speiseeis;
- zuckerhaltige Softdrinks und Energydrinks.
Das Demenzrisiko war deutlich erhöht
Die Teilnehmer wurden je nach Anteil ultraverarbeiteter Lebensmittel in ihrer Ernährung in fünf Gruppen eingeteilt – von der niedrigsten bis zur höchsten Konsumstufe.
Während des Beobachtungszeitraums entwickelten 266 Personen eine Demenz. Bei weiteren 1.191 Teilnehmern stellten die Forscher leichte kognitive Beeinträchtigungen fest, die als möglicher Vorläufer einer Demenz gelten.
Die Auswertung zeigte, dass Menschen mit dem höchsten Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel ein um 58 Prozent höheres Risiko hatten, an Demenz zu erkranken, als jene mit dem geringsten Konsum. Das Risiko für leichte kognitive Beeinträchtigungen lag in dieser Gruppe um 46 Prozent höher.
Forscher berücksichtigten weitere Risikofaktoren
Bei der Analyse wurden zahlreiche bekannte Risikofaktoren für Demenz berücksichtigt. Dazu gehörten Alter, Bildungsniveau, finanzielle Situation, körperliche Aktivität, Rauchen, Alkoholkonsum, Depressionen sowie bestehende Erkrankungen.
Auch nach Berücksichtigung dieser Faktoren blieb der Zusammenhang zwischen einem hohen Konsum ultraverarbeiteter Lebensmittel und einem erhöhten Risiko für kognitive Einschränkungen statistisch signifikant.
Die Autoren betonen jedoch, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Solche Untersuchungen können Zusammenhänge aufzeigen, liefern jedoch keinen direkten Nachweis dafür, dass ultraverarbeitete Lebensmittel Demenz verursachen.
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