Neue Daten aus Deutschland zeigen erneut erhebliche finanzielle Unterschiede zwischen den östlichen und westlichen Bundesländern bei den Einkommen älterer Menschen. Besonders niedrige Werte wurden in Sachsen und Sachsen-Anhalt registriert.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag das durchschnittliche Jahreseinkommen von Menschen ab 65 Jahren im Jahr 2025 in Sachsen bei 25.202 Euro. In Sachsen-Anhalt betrug es 25.090 Euro, in Thüringen 26.032 Euro, Wie t-online berichtet.
Zum Vergleich: In Westdeutschland verfügten Rentner durchschnittlich über 29.577 Euro pro Jahr. Damit beträgt die Einkommensdifferenz zwischen Ost und West mehrere Tausend Euro jährlich.
Frauen erhalten nochmals weniger
Die Statistik zeigt zudem deutliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern im Rentenalter. In allen Regionen Deutschlands verfügen Frauen im Durchschnitt über niedrigere Einkommen als Männer.
Bei den Zahlen handelt es sich um das sogenannte Nettoäquivalenzeinkommen. Dieser statistische Wert dient dazu, den tatsächlichen Lebensstandard von Haushalten vergleichbar zu machen. Dabei werden unter anderem Wohnkosten, Haushaltsgröße und gemeinsame Ausgaben berücksichtigt.
Diskussion über neue Rentenreform nimmt zu
Die Rentenpolitik steht in Deutschland erneut im Mittelpunkt der Debatte. Die Bundesregierung plant in diesem Jahr eine umfassende Reform des Rentensystems.
Eine Expertenkommission soll bis zur Sommerpause Vorschläge vorlegen. Gleichzeitig warnte der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung vor steigenden Sozialabgaben in den kommenden Jahren und sieht Reformbedarf insbesondere bei Krankenversicherung und Pflege.
Opposition kritisiert mögliche Kürzungen
Die Vorsitzende des Bündnisses Sahra Wagenknecht erklärte, die neuen Zahlen zeigten, dass auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung weiterhin erhebliche Ungleichheiten zwischen Ost und West bestehen.
Zugleich kritisierte sie mögliche Pläne zur Begrenzung künftiger Rentenerhöhungen. Besonders für viele Menschen in Ostdeutschland wäre dies problematisch, da sie häufig überwiegend auf die gesetzliche Rente angewiesen seien.
Wirtschaftsexperten betonen hingegen, dass das deutsche Rentensystem ohne Reformen langfristig unter wachsendem finanziellen Druck stehen werde. Gründe dafür seien vor allem die alternde Bevölkerung und steigende Sozialausgaben.
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