Während der Proteste rund um den Bundesparteitag der AfD in Erfurt sind Journalisten des Online-Portals Apollo News angegriffen worden. Nach Angaben der Redaktion wurden zwei Reporter und ein Kameramann von Demonstranten verfolgt und anschließend körperlich attackiert. Die Polizei bestätigte den Vorfall und leitete strafrechtliche Ermittlungen ein. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf WELT.
In sozialen Netzwerken verbreitet sich ein Video, das zeigt, wie eine Gruppe von Menschen drei Männer umringt, sie beschimpft und versucht, sie vom Versammlungsort zu verdrängen. Auf den Aufnahmen sind Rufe wie „Verschwindet!“ zu hören, bevor die Situation in körperliche Gewalt umschlägt.
Laut Redaktion ereignete sich der Angriff während der Berichterstattung über die Demonstration „Widersetzen“
Apollo-News-Chefredakteur Max Mannhart erklärte, bei den Betroffenen handele es sich um die Reporter Marius Marx, Jonas Aston sowie einen Kameramann. Das Team berichtete von der offiziellen Demonstration „Widersetzen“, die parallel zum Bundesparteitag der AfD stattfand.
Nach Angaben der Redaktion wurden die Journalisten zunächst mit Sprechchören wie „Nazis raus!“ beschimpft. Anschließend versuchten Demonstranten, die Kameras gezielt mit Plakaten und Transparenten zu verdecken und das Team von seinem Standort abzudrängen.
Als sich die Lage weiter zuspitzte, sei Jonas Aston körperlich angegriffen und zu Boden gestoßen worden. Ein Teil dieses Vorfalls wurde auf Video festgehalten.
Nach dem Verlassen der Demonstration wurden die Journalisten weiter verfolgt
Apollo News zufolge verließ das Team nach dem ersten Angriff zunächst die Demonstration. Eine größere Gruppe von Demonstrierenden soll ihnen jedoch gefolgt sein. Während der Verfolgung seien Gegenstände und Flaschen auf die Journalisten geworfen sowie Beleidigungen gerufen worden.
Kurze Zeit später hätten mehrere Personen die Reporter eingeholt und erneut angegriffen. Nach Angaben der Redaktion wurden Marius Marx und Jonas Aston zu Boden gebracht und anschließend getreten. Mannhart erklärte, mindestens ein Tritt habe gezielt den Hinterkopf eines am Boden liegenden Journalisten getroffen.
Alle drei Mitglieder des Kamerateams wurden bei dem Angriff verletzt.
Polizei bestätigt den Vorfall und nimmt Ermittlungen auf
Die Polizei Erfurt bestätigte den Angriff auf Journalisten, nannte jedoch das betroffene Medium nicht. Nach Angaben der Beamten erstatteten die Betroffenen Anzeige, woraufhin Ermittlungen eingeleitet wurden.
Nach Polizeiangaben wurden zwei Journalisten durch geworfene Gegenstände, darunter Flaschen, verletzt. Die Behörde erklärte, Angriffe auf Medienschaffende während ihrer beruflichen Tätigkeit würden konsequent strafrechtlich verfolgt.
Den Aussagen der Betroffenen zufolge endete der Angriff erst mit dem Eintreffen der Polizei. Die Einsatzkräfte setzten Pfefferspray ein und brachten die Journalisten aus der Menschenmenge in Sicherheit. Rettungskräfte versorgten sie zunächst vor Ort, anschließend begaben sie sich selbstständig in ein Krankenhaus.
Auch Junge Freiheit meldet Angriff auf Kamerateam
Auch die Zeitung Junge Freiheit berichtete über einen Angriff auf ihr Reporterteam während der Proteste.
Nach Angaben des Mediums wurde ein Journalist mit einem Faustschlag ins Gesicht und gegen den Arm attackiert. Anschließend sei ihm das Mobiltelefon entrissen und gestohlen worden. Der Vorfall sei auf Video dokumentiert worden. Laut Junge Freiheit hätten vermummte Personen anschließend gerufen: „Das Handy hat die Antifa!“
Kubicki verurteilt Gewalt gegen Medienschaffende
Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki äußerte sich auf der Plattform X zu dem Vorfall. Er erklärte, Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten während ihrer Arbeit seien zugleich Angriffe auf die liberale Demokratie.
Wer Gewalt gegen Medienschaffende anwende, müsse strafrechtlich zur Verantwortung gezogen werden und die Konsequenzen des Rechtsstaats spüren. Zudem wünschte Kubicki den Verletzten eine schnelle Genesung.
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