Am Gardasee, dem größten See Italiens, ist erstmals seit rund zwei Jahrzehnten eine vollständige Durchmischung aller Wasserschichten festgestellt worden. Das seltene Naturereignis wurde bereits Anfang April von Touristen und Einwohnern beobachtet. Nach Angaben von Forschern spielt dieser Prozess eine wichtige Rolle für den ökologischen Zustand des Sees und dürfte die Wasserqualität nachhaltig verbessern. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf watson.
Außergewöhnliche Wetterbedingungen machten das Ereignis möglich
Nach Einschätzung von Wissenschaftlern wurde die vollständige Durchmischung durch das Zusammenspiel aus anhaltend niedrigen Temperaturen und kräftigen Nordwinden ausgelöst. Diese Wetterlage ermöglichte es, dass sich die warmen Oberflächengewässer mit den kalten, tieferen Wasserschichten vollständig vermischten.
Der Gardasee erreicht eine Tiefe von bis zu 270 Metern. Normalerweise ist das Oberflächenwasser wärmer und besonders sauerstoffreich, während sich in den tieferen Bereichen kaltes Wasser sowie große Mengen an Nährstoffen sammeln.
Warum die vollständige Durchmischung für den See wichtig ist
Biologen betonen, dass die vollständige Vermischung den gesamten See mit Sauerstoff versorgt. Gleichzeitig werden Gase reduziert, die sich in sauerstoffarmen Tiefen bilden können, und die am Gewässergrund angesammelten Nährstoffe werden gleichmäßig im See verteilt.
Davon profitieren Wasserpflanzen und Algen, die diese Nährstoffe für ihr Wachstum nutzen. Sie bilden wiederum die Nahrungsgrundlage für Fische, Muscheln, Mikroorganismen und Wasservögel. Dadurch wird das ökologische Gleichgewicht des Sees gestärkt.
Der Klimawandel macht solche Prozesse immer seltener
Fachleute weisen darauf hin, dass vollständige Wasserdurchmischungen infolge des Klimawandels deutlich seltener geworden sind. Mit steigenden Temperaturen erwärmt sich die Wasseroberfläche stärker, wodurch der Dichteunterschied zwischen den einzelnen Wasserschichten zunimmt.
Dadurch wird die natürliche Durchmischung erschwert. Langfristig können Sauerstoffmangel und eine ungleichmäßige Verteilung der Nährstoffe das ökologische Gleichgewicht eines Sees beeinträchtigen.
Bessere Wasserqualität kommt auch Urlaubern zugute
Nach Einschätzung der Wissenschaftler wird sich die vollständige Wasserdurchmischung positiv auf die Wasserqualität des Gardasees auswirken. Davon profitieren sowohl die Bewohner der Region als auch die zahlreichen Urlauber, die jedes Jahr an den See reisen.
Allein im vergangenen Sommer besuchten rund 18 Millionen Menschen die Region rund um den Gardasee. Eine stabile Wasserqualität trägt dazu bei, die natürliche Attraktivität des beliebten Urlaubsziels zu erhalten und gute Bedingungen zum Baden während der gesamten Saison zu sichern.
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