Die Aktien von Volkswagen wurden am Freitag erstmals ohne Dividendenanspruch für das Geschäftsjahr 2025 gehandelt. Nach der Hauptversammlung wurde das Dividendenrecht offiziell vom Aktienkurs getrennt, was zu einem spürbaren Rückgang der Notierungen an der Frankfurter Börse führte. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf finanzen.
Aktionäre, die die Wertpapiere am 18. Juni im Depot hielten, erhalten eine Dividende von 5,20 Euro je Stammaktie und 5,26 Euro je Vorzugsaktie. Käufer, die die Aktien erst nach diesem Stichtag erworben haben, sind nicht mehr dividendenberechtigt.
Im Xetra-Handel verloren die Volkswagen-Vorzugsaktien 4,35 Prozent und fielen auf 80,44 Euro. Die Stammaktien gaben um 4,23 Prozent auf 81,85 Euro nach. Die tatsächliche Auszahlung der Dividende ist für den 23. Juni vorgesehen.
Konzern hält trotz Gewinneinbruch an hohen Ausschüttungen fest
Die Dividendenausschüttung erfolgt in einer Phase deutlich schwächerer Geschäftszahlen. Der Nettogewinn von Volkswagen sank im Geschäftsjahr 2025 um 44 Prozent von 12,4 Milliarden auf 6,9 Milliarden Euro.
Die Dividende wurde dagegen deutlich moderater reduziert. Bei den Vorzugsaktien fiel die Ausschüttung um rund 17,3 Prozent, bei den Stammaktien um etwa 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wird Volkswagen rund 2,6 Milliarden Euro an seine Aktionäre auszahlen.
Nach Angaben des Unternehmens entspricht die Entscheidung der geltenden Dividendenpolitik, die eine Ausschüttungsquote von mindestens 30 Prozent des Gewinns vorsieht.
Kritik von Umwelt- und Aktionärsverbänden
Bereits vor der Hauptversammlung war die Höhe der Dividende auf Kritik gestoßen. Umweltverbände und Vertreter von Aktionärsorganisationen erklärten, dass angesichts sinkender Gewinne und der laufenden Transformation des Konzerns mehr Kapital im Unternehmen verbleiben sollte.
Kritiker verweisen auf den hohen Investitionsbedarf für die Entwicklung und Produktion günstiger Elektrofahrzeuge in Europa. Zudem stehen Restrukturierungsmaßnahmen und Kostensenkungsprogramme weiterhin auf der Agenda des Wolfsburger Konzerns.
Volkswagen betonte hingegen seine solide Finanzlage und sieht sich in der Lage, sowohl die Interessen der Aktionäre zu bedienen als auch strategische Zukunftsinvestitionen zu finanzieren.
Volkswagen steht vor dem Spagat zwischen Rendite und Transformation
Trotz der Dividendenkürzung zählt die Volkswagen-Aktie weiterhin zu den dividendenstarken Werten im deutschen Leitmarkt. Die Dividendenrendite der Vorzugsaktie liegt auf Basis des Schlusskurses des Vorjahres bei rund 5,1 Prozent.
Gleichzeitig verdeutlicht der starke Gewinnrückgang die Herausforderungen, vor denen Europas größter Automobilhersteller steht. Der Konzern investiert weiterhin in die Elektromobilität, modernisiert seine Produktionsstrukturen und reagiert auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck auf den globalen Automobilmärkten.
Für Investoren wird entscheidend sein, wie erfolgreich Volkswagen in den kommenden Jahren den Ausgleich zwischen attraktiven Ausschüttungen, Kostendisziplin und umfangreichen Investitionen in neue Technologien gestalten kann.
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