Immer wieder kommt es im deutschen Luftverkehr zu massiven Einschnitten, die Passagiere vor rechtliche und logistische Herausforderungen stellen. Wer in solchen Fällen seine Ansprüche und Rechte verstehen möchte, findet auf Fachportalen wie dem Bankrecht Ratgeber fundierte Orientierung. Wie hessenschau.de berichtet, steht nun der nächste weitreichende Arbeitskampf unmittelbar bevor: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für den kommenden Donnerstag und Freitag zu erneuten Arbeitsniederlegungen aufgerufen, die den Großteil der geplanten Flüge betreffen dürften.
Der Zeitplan des Arbeitskampfes bei Passage, Cargo und CityLine
Nachdem bereits Mitte Februar weite Teile des Flugbetriebs lahmgelegt wurden, ruft die Vereinigung Cockpit nun das Cockpitpersonal mehrerer Konzerngesellschaften abermals zum Streik auf. Der Ausstand betrifft konkret die Lufthansa Passage sowie die Lufthansa Cargo. Die Arbeitsniederlegungen beginnen am 12. März um Mitternacht und erstrecken sich bis zum 13. März um Mitternacht. Somit sind alle Abflüge dieser beiden Sparten, die in diesem Zeitraum von deutschen Flughäfen starten sollen, direkt betroffen.
Zusätzlich wird der Flugbetrieb der Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine bestreikt. Hier beginnen die Maßnahmen ebenfalls am 12. März um Mitternacht, sind jedoch vorerst für einen Zeitraum von 24 Stunden angesetzt. Auch hier gilt, dass ausschließlich Maschinen betroffen sind, die von Flughäfen innerhalb Deutschlands abheben. Die Gewerkschaft betonte in ihrer Mitteilung, dass man die betroffenen Passagiere um Verständnis bitte und ein Streik stets das letzte Mittel sowie kein Selbstzweck sei. Die Lufthansa plant, auf diese weitreichenden Ausfälle mit einem Sonderflugplan zu reagieren. Für Passagiere bedeutet dies in der Regel, dass sie ihre gebuchten Flüge kostenlos umbuchen oder stornieren können.
Ausnahmen: Krisengebiete und Nahost-Flüge bleiben unberührt
Trotz der Härte des Arbeitskampfes hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit sensible Flugrouten ausdrücklich von den Streikmaßnahmen ausgenommen. Flüge aus und in aktuelle Krisengebiete im Nahen Osten werden regulär durchgeführt, um die internationale Erreichbarkeit dieser Regionen in angespannten Zeiten nicht zu gefährden.
Zu den ausdrücklich vom Streik ausgenommenen Zielen gehören Verbindungen nach Ägypten, Aserbaidschan, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien sowie in die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Flüge aus Deutschland in diese spezifischen Staaten sowie Rückflüge aus diesen Ländern werden vom Cockpitpersonal trotz des allgemeinen Streikaufrufs bedient.
Der tieferliegende Konflikt: Betriebliche Altersversorgung
Ein zentraler Streitpunkt, der zur aktuellen Eskalation geführt hat, ist die Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung für die Pilotinnen und Piloten der Lufthansa und der Lufthansa Cargo. Bis zum Jahr 2017 profitierten die Flugzeugführer von einer klassischen Betriebsrente, die ihnen garantierte Auszahlungen zusicherte. Auf massives Drängen des Arbeitgebers wurde dieses bewährte System jedoch durch ein kapitalmarktfinanziertes Modell ersetzt. Die Gewerkschaft argumentiert heute, dass dieses neue Modell das frühere Versorgungsniveau deutlich verfehle und die finanzielle Sicherheit der Piloten im Alter gefährde.
Der VC-Präsident Andreas Pinheiro machte in einer Stellungnahme deutlich, dass reine Gesprächsbereitschaft seitens des Managements nicht ausreiche. Man erwarte substanzielle Verbesserungen bei der Altersversorgung. Die Unzufriedenheit resultiert auch daraus, dass die Lufthansa nach dem letzten Streik am 12. Februar nach Ansicht der Gewerkschaft kein verwertbares Angebot vorgelegt habe. Der Konzern wiederum verweist darauf, dass man kostenneutrale Reformen des Betriebsrentensystems vorgeschlagen habe. Im Anschluss daran wollte die Lufthansa mit Hilfe eines externen Moderators über die grundsätzliche Organisation des Flugbetriebs verhandeln, an der auch die Karrierechancen der Piloten hängen.
Vergütungstarifvertrag bei der CityLine und Konzernstrategie
Neben der Altersversorgung bei der Kerngesellschaft ist der Konflikt bei der Tochtergesellschaft Lufthansa CityLine ein weiterer wesentlicher Grund für den Arbeitskampf. Seit August 2025 verhandelt die Tarifkommission der Vereinigung Cockpit über einen neuen Vergütungstarifvertrag für das in Deutschland stationierte Cockpitpersonal der CityLine. Am 25. Februar legte die Arbeitgeberseite ein Angebot vor, welches von der Gewerkschaft jedoch als „nicht annehmbar“ zurückgewiesen wurde. Dennoch signalisierte die VC weiterhin grundsätzliche Gesprächsbereitschaft.
Die Auseinandersetzungen sind tief mit der allgemeinen Konzernstrategie der Lufthansa verwoben. Vorstandschef Carsten Spohr erklärte, dass die Piloten vor allem an ihren Karrierechancen interessiert seien, was sie weitaus mehr beschäftige als das aus Sicht des Unternehmens ohnehin auskömmliche Betriebsrentensystem. Gleichzeitig befindet sich der Konzern auch mit der Kabinengewerkschaft Ufo in Gesprächen über einen Manteltarifvertrag.
Die Vereinigung Cockpit kritisiert währenddessen vehement die strategische Ausrichtung der Lufthansa. Der Vorwurf lautet, dass die Konzernführung durch die Gründung und Förderung neuer Flugbetriebe wie City Airlines und Discover gezielt versuche, die Arbeitsbedingungen bei den etablierten, älteren Konzerngesellschaften unter Druck zu setzen. Diese strukturellen Spannungen über die zukünftige Verteilung von Flugzeugen und Arbeitsplätzen innerhalb des Konzerns bilden den Nährboden für die anhaltenden Tarifkonflikte, deren vorläufiger Höhepunkt nun der massive Flugausfall am Donnerstag und Freitag ist.

