In der Nähe des Bundeswehr-Fliegerhorsts Wunstorf in Niedersachsen untersuchen die Behörden den Fund einer beschädigten Drohne. Wenige Meter von den Trümmern entfernt wurde nach Medienberichten eine verdächtige Substanz entdeckt, bei der es sich möglicherweise um Sprengstoff handeln könnte. Die kriminaltechnische Untersuchung war mit Stand vom 22. September noch nicht abgeschlossen. Mit dem Fall befassen sich die Bundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt (BKA). Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tagesschau.
Drohne rund einen Kilometer vom Militärflugplatz entfernt gefunden
Die Drohne wurde in einem dicht bewachsenen Gelände nahe Wunstorf entdeckt. Nach bisherigen Erkenntnissen war das Fluggerät beschädigt und in mehrere Teile zerbrochen. Nachdem der Fund der Polizei gemeldet worden war, durchsuchten Einsatzkräfte das Gebiet nach weiteren möglichen Trümmerteilen.
Der Fundort liegt rund einen Kilometer vom Bundeswehr-Fliegerhorst entfernt. Wunstorf spielt eine wichtige Rolle für die militärische Logistik Deutschlands. Dort ist die deutsche Flotte der Transportflugzeuge Airbus A400M stationiert. Der Standort dient unter anderem dem Transport von Soldaten, Material und militärischer Ausrüstung.
Verdächtige Substanz in der Nähe der Drohne entdeckt
Bei der weiteren Durchsuchung des Geländes fanden Ermittler nur wenige Meter von den Drohnenteilen entfernt eine bislang nicht abschließend identifizierte Substanz. Nach Informationen aus Sicherheitskreisen wird geprüft, ob das Fluggerät mit einem Sprengsatz ausgestattet gewesen sein könnte.
Ob es sich tatsächlich um Sprengstoff handelt, ist bislang nicht bestätigt. Die kriminaltechnische Analyse des gefundenen Materials dauert an. Die Bundesanwaltschaft äußerte sich aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht zu Einzelheiten.
Ermittler prüfen mögliche Verbindung zum Fall Leipzig
Eine der untersuchten Spuren betrifft einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Fund in Wunstorf und dem Drohnenfall am Flughafen Leipzig/Halle Anfang August.
Nach bisherigen Erkenntnissen weisen die Fluggeräte konstruktive Ähnlichkeiten auf. Mindestens ein Bauteil der bei Wunstorf gefundenen Drohne soll offenbar mithilfe eines 3D-Druckers hergestellt worden sein. Eine vergleichbare Bauweise war zuvor auch bei Drohnen festgestellt worden, die im Zusammenhang mit den Ermittlungen in Leipzig untersucht wurden.
Die möglichen Parallelen zwischen den beiden Fällen sind ein Grund dafür, dass sich die Bundesbehörden mit dem Fund in Wunstorf beschäftigen.
Drohne könnte längere Zeit am Fundort gelegen haben
Die Ermittler versuchen außerdem festzustellen, wann die Drohne in die Nähe des militärischen Geländes gelangte. Der Zustand des Fluggeräts deutet darauf hin, dass es dort möglicherweise bereits längere Zeit gelegen haben könnte. Nach einer untersuchten Möglichkeit könnten es sogar bis zu zwei Jahre gewesen sein.
Der genaue Zeitpunkt eines möglichen Absturzes oder einer Landung ist bislang nicht bekannt. Der Drohnenfund wurde zudem bei einer regelmäßigen Besprechung der Spitzen deutscher Sicherheitsbehörden im Bundeskanzleramt thematisiert.
Was über den Drohnenfall in Leipzig bekannt ist
Anfang August untersuchten deutsche Sicherheitsbehörden einen mutmaßlichen Versuch, selbst gebaute und mit Sprengstoff ausgestattete Drohnen im Bereich des Flughafens Leipzig/Halle einzusetzen. Nach bisherigen Ermittlungen könnten ukrainische Frachtflugzeuge mögliche Ziele gewesen sein.
Auch bei diesen Fluggeräten sollen teilweise Bauteile zum Einsatz gekommen sein, die mit 3D-Drucktechnik hergestellt wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass mehrere Drohnen vorgesehen gewesen sein könnten.
Im Zusammenhang mit dem Leipziger Fall ermitteln deutsche Behörden gegen mehrere Verdächtige. Die Bundesregierung erklärte, bisherige Erkenntnisse deuteten auf Personen hin, die möglicherweise im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt hätten. Russland hat eine Beteiligung an dem mutmaßlichen Anschlagsversuch zurückgewiesen.
Einer der Verdächtigen soll nach Medienrecherchen seit Jahren Kontakte zu einem Angehörigen des russischen Militärgeheimdienstes unterhalten haben. Auch diese Verbindungen sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Ermittlungen in Wunstorf dauern an
Das BKA und die Bundesanwaltschaft untersuchen weiterhin die Überreste der Drohne und versuchen, ihre Herkunft zu bestimmen. Gleichzeitig wird die in unmittelbarer Nähe gefundene Substanz kriminaltechnisch analysiert.
Die Ermittler wollen außerdem klären, wann das Fluggerät in die Nähe des Fliegerhorsts Wunstorf gelangte und ob tatsächlich eine Verbindung zum Drohnenfall in Leipzig besteht.
Eine offizielle Bestätigung dafür, dass die in Wunstorf gefundene Drohne mit Sprengstoff ausgestattet war, liegt bislang nicht vor.
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