Köln. Das Jahr 2026 beginnt auf dem Automobilmarkt mit einem Paukenschlag, der die Karten im Segment der günstigen Elektrofahrzeuge neu mischen dürfte. Die Renault-Tochter Dacia hat eine aggressive Preisoffensive gestartet, die das elektrische Fahren für breite Bevölkerungsschichten wieder erschwinglich machen soll. Mit einem massiven „Elektrobonus“ senkt der Hersteller den Einstiegspreis für sein Modell Spring auf rekordverdächtige 11.900 Euro. Während wir bei Bankrecht-Ratgeber häufig über Finanzierungsfallen und Kreditkonditionen beim Autokauf berichten, macht dieses Angebot eine komplexe Finanzierung für viele Interessenten fast schon obsolet – der Preis nähert sich dem Niveau von günstigen Verbrennern an.
5.000 Euro Rabatt als Antwort auf die Marktlage
Die Mechanik hinter dem neuen Preis ist simpel, aber effektiv: Dacia gewährt für alle im Aktionszeitraum bestellten und zugelassenen Fahrzeuge einen Rabatt von 5.000 Euro. Dieser wird direkt vom Listenpreis abgezogen. Da der Basispreis des Dacia Spring Essential Electric 45 regulär bei 16.900 Euro liegt, ergibt sich der neue Endkundenpreis von 11.900 Euro. Wichtig für die Kalkulation der Käufer: Überführungskosten kommen in der Regel noch hinzu.
Dieser Schritt ist als direkte Reaktion auf die veränderte Marktsituation zu verstehen. Nach dem Wegfall staatlicher Förderungen in den vergangenen Jahren war der Absatz von Elektrofahrzeugen ins Stocken geraten. Gleichzeitig drängen chinesische Hersteller mit günstigen Modellen auf den europäischen Markt. Dacia, bisher unangefochtener Platzhirsch bei den Budget-Stromern, geht nun in die Offensive, um seine Marktanteile zu verteidigen und die Lagerbestände zu bewegen.
Was bekommt man für das Geld?
Der Dacia Spring ist kein Langstreckenläufer, und er macht daraus auch keinen Hehl. Mit einer Batteriekapazität von 26,8 kWh und einer Leistung von 33 kW (44 PS) in der Basisversion ist er konsequent für den städtischen Raum und das Pendeln im Umland konzipiert. Die WLTP-Reichweite von rund 220 Kilometern ist für dieses Profil absolut ausreichend.
Kritiker bemängelten in der Vergangenheit oft die spartanische Ausstattung und die einfache Verarbeitung. Doch beim neuen Preispunkt von unter 12.000 Euro verschieben sich die Maßstäbe. Für diesen Betrag erhalten Kunden ein vollwertiges Elektroauto mit vier Sitzplätzen, das in der Unterhaltung extrem günstig ist. Wer mehr Leistung will, kann auch die stärkere Variante mit 65 PS wählen, die ebenfalls von dem 5.000-Euro-Bonus profitiert und somit rechnerisch auf 13.900 Euro kommt.
Signalwirkung für die gesamte Branche
Die Preisgestaltung von Dacia dürfte in den Chefetagen der Konkurrenz für Unruhe sorgen. Modelle wie der Citroën ë-C3 oder der angekündigte VW ID.2 müssen sich nun an dieser neuen Preisuntergrenze messen lassen. Dacia beweist, dass Elektromobilität nicht zwingend teuer sein muss, wenn man bereit ist, Abstriche bei Komfort und Prestige zu machen.
Ob diese Rabattschlacht nachhaltig ist oder nur eine kurzfristige Maßnahme zur Ankurbelung der Verkaufszahlen zum Jahresstart darstellt, wird die Zeit zeigen. Für Verbraucher, die bisher aufgrund der hohen Anschaffungskosten zögerten, öffnet sich jedoch ein Zeitfenster, das den Umstieg auf den Elektroantrieb finanziell so attraktiv macht wie lange nicht mehr. Der Markt für günstige E-Autos ist mit diesem Schritt endgültig erwacht.