Aubenhausen. Es sind Nachrichten, die jeden Tierbesitzer und Sportfan gleichermaßen treffen. Mitten in die Vorbereitungen auf neue sportliche Ziele platzt eine Meldung aus dem Stall der wohl derzeit erfolgreichsten Dressurreiterin der Welt. Jessica von Bredow-Werndl, die Doppel-Olympiasiegerin von Paris, muss einen schweren persönlichen und sportlichen Verlust verkraften. Ihr vielversprechender Nachwuchswallach Diallo ist völlig überraschend verstorben. Auch wenn wir uns auf Bankrecht-Ratgeber meist mit der Absicherung von Vermögenswerten befassen, zeigt dieser Vorfall schmerzlich, dass der emotionale Wert eines Lebewesens durch keine Police der Welt zu ersetzen ist.
Der Kampf um das junge Leben
Das Drama ereignete sich, wie nun bekannt wurde, bereits vor einigen Tagen. Der erst vierjährige Hannoveraner Wallach Diallo erlitt eine schwere Kolik – den Albtraum jedes Pferdebesitzers. Trotz sofortiger medizinischer Intervention und einer Notoperation in einer Tierklinik konnte das Leben des talentierten Fuchses nicht gerettet werden.
Von Bredow-Werndl teilte ihre Trauer und Fassungslosigkeit über die sozialen Medien mit der Öffentlichkeit. In emotionalen Worten beschrieb sie den kurzen, aber intensiven Weg, den sie bereits mit dem jungen Pferd gegangen war. Diallo galt in Fachkreisen als eines der großen Talente für den künftigen großen Sport. Er stand erst am Anfang seiner Ausbildung, zeigte aber bereits jene Qualitäten, die für das internationale Parkett notwendig sind.
Ein Verlust, der über den Sport hinausgeht
Für das Team in Aubenhausen, dem Heimatstall der Familie Werndl, ist der Tod des Vierjährigen ein Schock. Pferde sind in diesem Umfeld weit mehr als nur Sportgeräte; sie sind Partner, in die jahrelange Arbeit, Geduld und Zuneigung investiert wird. Der plötzliche Tod durch eine Kolik, eine oft unvorhersehbare und schnell verlaufende Erkrankung des Magen-Darm-Traktes, führt den Reitern und Pflegern brutal vor Augen, wie fragil das Leben dieser Hochleistungssportler sein kann.
Die Anteilnahme in der Reitsportwelt ist groß. Kollegen und Fans sprachen der Reiterin ihr Beileid aus. Es ist nicht der erste Verlust, den Spitzensportler hinnehmen müssen, doch der Tod eines so jungen Tieres, das seine Karriere noch vor sich hatte, wiegt oft besonders schwer. Er unterbricht jäh die Träume und Pläne, die Reiter und Besitzer mit diesem speziellen Pferd verbunden haben.
Der Blick nach vorn
Trotz der Trauer geht der Alltag im Profistall weiter. Jessica von Bredow-Werndl, bekannt für ihre mentale Stärke und ihre positive Einstellung, wird sich nun wieder ihren anderen Pferden widmen müssen. Mit ihrer Top-Stute Dalera hat sie alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt, und sie nun in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Dass nun einer der potenziellen Nachfolger für die Zeit „nach Dalera“ wegbricht, ist ein sportlicher Rückschlag, doch im Moment überwiegt der menschliche Schmerz über den Verlust eines geliebten Tieres.
Dieser Vorfall erinnert daran, dass im Pferdesport Freud und Leid oft eng beieinander liegen. Gesundheit ist das höchste Gut – im Sattel wie im Leben.