An der Elbe bei Geesthacht, vor den Toren Hamburgs, bietet sich derzeit ein Bild, das eher an polare Regionen erinnert als an Norddeutschland. Während wir uns auf Bankrecht-Ratgeber.de üblicherweise mit den komplexen und oft trockenen Paragrafen des Finanzwesens befassen, diktierte hier die Natur ihre eigenen, eisigen Gesetze mit beeindruckender Wucht. Eine seltene meteorologische Konstellation aus langanhaltendem Frost und einer darauffolgenden Sturmflut hat dazu geführt, dass sich massive Eisplatten meterhoch am Ufer auftürmen und eine bizarre Winterlandschaft formen.
Das Zusammenspiel der Elemente: Frost trifft auf Flut
Die Grundlage für dieses aussergewöhnliche Ereignis bildeten die tiefen Minusgrade der vergangenen Woche, die weite Teile der Elbe zufrieren ließen und eine dicke Eisdecke bildeten. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf lokale Beobachtungen berichtet, sorgte eine anschließende Sturmflut für die nötige Dynamik. Das vom Wind in die Flussmündung gedrückte Wasser entwickelte enorme Kräfte, brach die geschlossene Eisdecke auf und schob die schweren Schollen übereinander auf die Uferböschungen. Insbesondere in Geesthacht in Schleswig-Holstein entstanden so imposante Eisformationen, die teils mehrere Meter in die Höhe ragen und das Flussufer unzugänglich machen.
Anziehungspunkt mit erheblichem Risikofaktor
Das fotogene und selten zu beobachtende Naturschauspiel lockt naturgemäß zahlreiche Schaulustige, Fotografen und Spaziergänger an die Elbe, die das eisige Monumentalwerk aus der Nähe betrachten wollen. Die lokalen Behörden und Rettungskräfte mahnen jedoch zur äußersten Vorsicht im Umgang mit den Eismassen.
Die aufgetürmten „Eisberge“ sind in sich instabil. Es besteht die akute Gefahr, dass die tonnenschweren Schollen unvermittelt abrutschen, kippen oder einbrechen können. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt eindringlich davor, die aufgetürmten Eisflächen am Ufer zu betreten. Auch das Betreten der noch teilweise zugefrorenen Wasserflächen auf dem Fluss selbst ist lebensgefährlich, da die Eisdecke durch die ständige Tidenbewegung und die Strömung extrem brüchig und unberechenbar ist.
Mit den angekündigten milderen Temperaturen und möglichem Regen in den kommenden Tagen dürfte das eisige Phänomen allmählich wieder schmelzen und der Elbpegel sich normalisieren.

