Die Grippesaison 2025/2026 hat Deutschland und insbesondere das Land Niedersachsen fest im Griff. Hohe Krankenstände in Betrieben, überfüllte Wartezimmer in den Arztpraxen und eine spürbare Belastung der regionalen Krankenhäuser prägen das Bild der letzten Wochen. Wenn unzählige Arbeitnehmer krankheitsbedingt ausfallen, rücken neben der rein medizinischen Genesung oft auch administrative, arbeitsrechtliche und finanzielle Fragestellungen in den Fokus. Wer sich in solchen Zeiten über die rechtlichen Rahmenbedingungen bei anhaltender Arbeitsunfähigkeit oder Lohnfortzahlung informieren möchte, findet beispielsweise auf dem Bankrecht Ratgeber fundierte und weitreichende Informationen zu verwandten wirtschaftlichen Themenstellungen. Der gesundheitliche Aspekt bleibt jedoch die primäre Sorge der Bevölkerung.
Wie t-online berichtet, verzeichnet die Region Braunschweig derzeit eine der intensivsten Influenzawellen der letzten Jahre, die sowohl das medizinische Personal als auch die Infrastruktur vor enorme Herausforderungen stellt. Der rasante Anstieg der Infektionen betrifft dabei nicht nur das Stadtgebiet Braunschweig selbst, sondern erstreckt sich flächendeckend über die umliegenden Landkreise.
Die aktuelle epidemiologische Lage in Niedersachsen und Braunschweig
Nach dem erwartbaren leichten Rückgang der Meldezahlen während der Weihnachtsfeiertage Ende 2025, schossen die Infektionszahlen im Januar 2026 massiv in die Höhe. Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) sowie das Robert Koch-Institut (RKI) registrierten in den ersten Kalenderwochen des Jahres 2026 einen exponentiellen Anstieg akuter respiratorischer Erkrankungen (ARE). In der Region Braunschweig, die neben der Stadt Braunschweig auch Gebiete wie Wolfsburg, Salzgitter und den stark betroffenen Landkreis Gifhorn umfasst, lag die Inzidenzrate für Influenza zeitweise deutlich über dem landesweiten Durchschnitt.
Bereits in der dritten Kalenderwoche 2026 lag die allgemeine ARE-Inzidenz in Deutschland bei rund 6.100 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Die Zahl der Arztbesuche wegen akuter Atemwegserkrankungen stieg auf etwa 1.500 Konsultationen pro 100.000 Einwohner an. Diese Zahlen illustrieren eindrucksvoll die Wucht, mit der die diesjährige Welle die Bevölkerung getroffen hat. Seit Beginn der Grippesaison, die offiziell in der 40. Kalenderwoche 2025 startete, wurden bundesweit hunderttausende laborbestätigte Influenzafälle gemeldet. Allein bis Mitte Februar 2026 erfasste das RKI über 226.000 bestätigte Infektionen, wobei die Dunkelziffer aufgrund nicht durchgeführter Labortests bei leichten Verläufen um ein Vielfaches höher geschätzt wird. Experten gehen von über 7 Millionen Betroffenen mit akuten Atemwegserkrankungen im gesamten Bundesgebiet aus.
Virologische Details: Dominanz von Influenza A(H3N2) und der Subklade K
Ein zentraler Faktor für die Schwere der diesjährigen Grippewelle ist die spezifische Zusammensetzung der zirkulierenden Virenstämme. Laboranalysen des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) für Influenzaviren zeigen ein eindeutiges Bild: Die Infektionen werden überwiegend durch Influenza-A-Viren verursacht. Unter den subtypisierten A-Viren dominiert der Stamm A(H3N2) mit einem Anteil von rund 73 bis 76 Prozent, während der Stamm A(H1N1)pdm09, der seinen Ursprung in der sogenannten „Schweinegrippe“ von 2009 hat, für etwa 23 bis 27 Prozent der Fälle verantwortlich ist. Influenza-B-Viren spielen in dieser Saison bisher nur eine sehr untergeordnete Rolle und wurden erst in den späten Winterwochen in Einzelfällen nachgewiesen.
Besondere Aufmerksamkeit in der medizinischen Fachwelt erregt in diesem Jahr die Ausbreitung der sogenannten „Subklade K“, einer spezifischen genetischen Variante des A(H3N2)-Virus. Diese Variante macht mittlerweile bis zu 68 Prozent der getesteten Viren der aktuellen Grippewelle aus. Das Virus zeichnet sich durch bestimmte Mutationen aus, die es ihm erleichtern, dem Immunsystem teilweise zu entkommen. Dennoch betonen Experten, dass die aktuelle Grippeschutzimpfung weiterhin einen essenziellen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen, Hospitalisierung und Tod bietet, auch wenn sie eine Infektion mit der Subklade K nicht in jedem Fall vollständig verhindern kann.
Ko-Zirkulation weiterer respiratorischer Erreger
Die Grippewelle in der Region Braunschweig steht nicht isoliert, sondern wird begleitet von einer intensiven Zirkulation weiterer Atemwegsviren. In den vom NRZ untersuchten Sentinelproben aus Arztpraxen wurden in 76 Prozent der Fälle respiratorische Viren identifiziert. Neben den dominierenden Influenzaviren (A und B), die rund ein Drittel der Nachweise ausmachen, zirkulieren weiterhin humane saisonale Coronaviren (hCoV), respiratorische Synzytial-Viren (RSV) sowie Rhinoviren.
Besonders das RS-Virus stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für Säuglinge, Kleinkinder und Personen über 60 Jahre dar. Während RSV-Infektionen bei gesunden Erwachsenen oft nur milde Erkältungssymptome hervorrufen, können sie bei den vulnerablen Gruppen zu schweren Atemwegs- und Lungenentzündungen führen. Das RKI meldete, dass RSV-Diagnosen bei etwa 4 Prozent der schweren akuten respiratorischen Infektionen (SARI) vergeben wurden, während Influenza bei diesen stationär behandelten SARI-Patienten mit rund 36 Prozent den Hauptauslöser darstellt. Bemerkenswert ist zudem die stark gesunkene Relevanz von SARS-CoV-2. Das Coronavirus, das die Winter der Vorjahre dominierte, ist in der aktuellen Saison deutlich in den Hintergrund getreten und wird in Niedersachsen nur noch bei etwa 3 Prozent der entsprechenden Testungen nachgewiesen. Auch die Viruslast im Abwasser-Monitoring, einem wichtigen Frühwarnsystem, bestätigt diesen Trend für SARS-CoV-2.
Auswirkungen auf das Gesundheitssystem und Krankenhäuser
Die Wucht der Infektionswelle hat tiefgreifende Konsequenzen für das Gesundheitssystem in Niedersachsen und speziell im Großraum Braunschweig. Die Zahl der schweren Fälle von Atemwegsinfekten, die eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erfordern, verharrte über Wochen auf einem kritisch hohen Niveau. Vor allem pädiatrische Einrichtungen und Kinderkliniken meldeten zwischenzeitlich Kapazitätsengpässe, da viele Schulkinder und Kleinkinder mit schweren Verläufen eingeliefert werden mussten.
Doch nicht nur Kinder sind betroffen. Ein Blick auf die Mortalitätsstatistik zeigt die bittere Realität der Influenza: Seit Beginn der Grippesaison 2025/2026 wurden bundesweit bereits über 1.080 Todesfälle gemeldet, die direkt auf eine Grippeinfektion zurückzuführen sind. Die absolute Mehrheit dieser tragischen Fälle – rund 96 Prozent – betrifft Patientinnen und Patienten im Alter von 60 Jahren oder älter. Diese Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit, Influenza nicht als harmlose Erkältung abzutun, sondern als potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, insbesondere für Senioren und chronisch Kranke.
Die Belastung der medizinischen Infrastruktur in Braunschweig zeigt sich auch in der primären Versorgung. Hausärzte arbeiten am Limit, die telefonische Erreichbarkeit vieler Praxen ist eingeschränkt, und Notaufnahmen verzeichnen einen enormen Zulauf an Patienten mit hohem Fieber und schweren Atembeschwerden.
Diagnostische Abgrenzung: Grippe oder grippaler Infekt?
Für Betroffene in der Region Braunschweig stellt sich angesichts der Vielzahl zirkulierender Viren oft die Frage nach der genauen Art ihrer Erkrankung. Eine echte Grippe (Influenza) unterscheidet sich in ihrem klinischen Bild meist deutlich von einem gewöhnlichen grippalen Infekt (Erkältung), der häufig durch Rhinoviren oder humane saisonale Coronaviren ausgelöst wird.
Charakteristisch für die Influenza ist der plötzliche, oft explosionsartige Krankheitsbeginn. Betroffene fühlen sich von einer Minute auf die andere extrem krank. Begleitet wird dieser Start meist von hohem Fieber (oft über 39 Grad Celsius), starkem Schüttelfrost, massiven Kopf- und Gliederschmerzen sowie einem trockenen, schmerzhaften Reizhusten. Ein gewöhnlicher grippaler Infekt entwickelt sich hingegen schleichend über mehrere Tage, beginnt meist mit Halsschmerzen oder Schnupfen und geht seltener mit sehr hohem Fieber einher.
Dennoch ist eine absolute Sicherheit nur durch labordiagnostische Verfahren wie PCR-Tests möglich. Angesichts der klaren Dominanz des Influenza-A-Virus in den Abstrichproben der aktuellen Meldewochen raten Mediziner in Niedersachsen dazu, bei plötzlichem hohen Fieber und starkem Krankheitsgefühl umgehend ärztlichen Rat einzuholen, um gegebenenfalls frühzeitig antivirale Medikamente einsetzen zu können und Komplikationen wie eine virale Pneumonie (Lungenentzündung) oder bakterielle Superinfektionen zu vermeiden.
Wirtschaftliche Folgen und Krankenstände
Neben der medizinischen Krise zieht die Grippewelle in der Region Braunschweig massive wirtschaftliche Konsequenzen nach sich. Der hohe ARE-Krankenstand, der in bestimmten Kohorten – wie etwa bei betreuten Kindern in Kindertagesstätten – zeitweise bei knapp 15 Prozent lag, spiegelt sich unmittelbar in den Belegschaften der regionalen Unternehmen wider.
Industriebetriebe, Dienstleister und der öffentliche Nahverkehr in Braunschweig, Wolfsburg und Salzgitter mussten in den Monaten Januar und Februar 2026 teils erhebliche Einschränkungen hinnehmen. Wenn fünf bis zehn Prozent der Belegschaft zeitgleich ausfallen, geraten Produktionsabläufe ins Stocken und Dienstleistungsangebote müssen reduziert werden. Diese Situation führt den Wirtschaftsstandort Niedersachsen vor Augen, wie fragil operative Prozesse bei starken saisonalen Infektionswellen sein können. Unternehmen reagieren zunehmend mit flexibleren Home-Office-Regelungen bei leichten Symptomen, um eine Ausbreitung der Erreger innerhalb der Büros zu minimieren, doch in produzierenden Gewerben oder im direkten Kundenkontakt ist diese Maßnahme nur bedingt umsetzbar.
Präventive Maßnahmen in der späten Saisonphase
Auch wenn sich die Infektionsdynamik in der Region Braunschweig allmählich zu verändern beginnt, rufen Gesundheitsämter weiterhin zur Eindeutigkeit in der Prävention auf. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung primär in den Herbstmonaten. Doch auch im Januar oder Februar kann eine Impfung für bestimmte Risikogruppen noch sinnvoll sein, da die Grippewelle traditionell oft bis in den April oder sogar Mai (bis zur 20. Kalenderwoche) hineinreicht und verschiedene Virenstämme zeitversetzt zirkulieren können.
Zudem bewähren sich die aus den vergangenen Pandemiejahren bekannten Basishygienemaßnahmen: Regelmäßiges, gründliches Händewaschen, das Einhalten der Husten- und Niesetikette sowie das freiwillige Tragen einer Maske in voll besetzten öffentlichen Verkehrsmitteln oder vollen Wartezimmern helfen nachweislich, das individuelle Infektionsrisiko zu senken. Der wichtigste Rat der niedersächsischen Gesundheitsbehörden lautet jedoch nach wie vor: Wer krank ist, bleibt zu Hause. Ein vorzeitiges Zurückkehren an den Arbeitsplatz oder in die Schule verlängert nicht nur die eigene Rekonvaleszenz, sondern befeuert die Ausbreitung des Virus in der Gemeinschaft.
Ausblick auf den weiteren Verlauf der Infektionswelle
Aktuelle Daten der späten Meldewochen im Februar 2026 deuten darauf hin, dass die Region Braunschweig den klimatischen und epidemiologischen Höhepunkt der Grippewelle überschritten hat. Die Inzidenzraten und die Auswertungen der Abwassermonitorings für Influenza-A-Viren zeigen erstmals seit November 2025 einen stabilen, rückläufigen Trend. Auch die Zahl der gemeldeten laborbestätigten Fälle sinkt sukzessive.
Dies bedeutet jedoch keine sofortige Entwarnung für das regionale Gesundheitssystem. Die Belastung in den Krankenhäusern bleibt aufgrund der oft langwierigen schweren Verläufe, insbesondere bei älteren Patienten, weiterhin auf einem moderaten bis hohen Niveau. Zudem lehrt die epidemiologische Erfahrung, dass die Virenaktivität bis weit in den Frühling hinein präsent bleibt. Das Absinken der Kurve wird aller Voraussicht nach langsam und stetig erfolgen, bis sich die Werte im späten April oder frühen Mai auf das Basisniveau der Sommermonate einpendeln. Bis dahin bleibt Wachsamkeit in der Bevölkerung und im medizinischen Sektor der Region Braunschweig oberstes Gebot, um vulnerable Gruppen bestmöglich vor den späten Ausläufern dieser außergewöhnlich starken Influenzasaison zu schützen.

