Die medizinische Versorgungssicherheit ist ein hohes Gut, das jedoch auf die stetige Mithilfe der Bevölkerung angewiesen ist. Aktuell schlägt die Universitätsmedizin Rostock Alarm: Die Bestände an lebensrettenden Blutkonserven sind auf ein kritisches Niveau gesunken. Während wir auf unserem Portal häufig über finanzielle Absicherung und rechtliche Vorsorge berichten, rückt nun die gesundheitliche Daseinsvorsorge in den Mittelpunkt, die ohne bürgerschaftliches Engagement nicht funktionieren kann.
Die Situation in der Hansestadt spitzt sich zu. In den Depots des Blutspendedienstes herrscht bedrohliche Leere. Es ist ein Szenario, das Kliniken fürchten: Wenn Notfälle eingeliefert werden oder komplexe Operationen anstehen, muss ausreichend Spenderblut verfügbar sein. Doch genau diese Sicherheit ist derzeit gefährdet. Wie die Tagesschau unter Berufung auf regionale Meldungen informiert, ruft die Einrichtung daher dringend zur Spende auf.
Warum die Regale leer bleiben
Die Ursachen für den aktuellen Engpass sind saisonal bedingt, treffen das Gesundheitssystem aber mit voller Wucht. Zum einen sorgt die aktuelle Jahreszeit traditionell für eine hohe Rate an Atemwegserkrankungen. Die Grippewelle und Erkältungskrankheiten haben nicht nur viele Arbeitnehmer im Griff, sondern dezimieren auch die Reihen der potenziellen Blutspender. Wer krank ist, Fieber hat oder Antibiotika einnimmt, darf nicht spenden – zum Schutz des eigenen Körpers und des Empfängers.
Zum anderen spielen die Nachwirkungen der Ferienzeit eine Rolle. Viele regelmäßige Spender waren verreist oder haben ihren Rhythmus noch nicht wiedergefunden. Diese Kombination führt zu einer gefährlichen Lücke in der Versorgungskette. Blutpräparate sind nur begrenzt haltbar; insbesondere Thrombozytenkonzentrate (Blutplättchen), die für Krebspatienten oft überlebenswichtig sind, halten sich nur wenige Tage. Ein kontinuierlicher Nachschub ist daher unverzichtbar.
Ein Akt der Solidarität: Wer darf spenden?
Die Universitätsmedizin Rostock appelliert an alle gesunden Bürgerinnen und Bürger, sich einen Ruck zu geben. Angesprochen sind Personen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren (Erstspender) bzw. bis zu einem höheren Alter bei regelmäßigen Spendern, sofern keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Eine Spende dauert inklusive Voruntersuchung und Ruhephase meist nicht länger als eine Stunde – eine Stunde, die für einen Unfallverletzten oder einen chronisch Kranken ein ganzes Leben bedeuten kann.
Neben dem guten Gewissen erhalten Spender in der Regel einen kostenlosen Gesundheitscheck, da das Blut auf verschiedene Erreger untersucht wird. Zudem wird in vielen Einrichtungen eine Aufwandsentschädigung oder ein Imbiss gewährt.
Die Situation in Mecklenburg-Vorpommern
Der Mangel in Rostock ist kein isoliertes Phänomen, sondern symptomatisch für die angespannte Lage im Gesundheitswesen des ganzen Bundeslandes während der Erkältungssaison. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass der öffentliche Aufruf Wirkung zeigt und die Spendeliegen in den kommenden Tagen wieder gut gefüllt sein werden. Die Botschaft ist eindeutig: Jeder Tropfen zählt, und die Solidarität der Rostocker ist jetzt gefragt, um die Operationssäle und Notaufnahmen arbeitsfähig zu halten.

