Die Ära der Videospiel-Adaptionen erlebt derzeit einen beispiellosen Boom, und kaum eine Figur ist so ikonisch für die Popkultur wie die britische Archäologin Lara Croft. Während frühere Verfilmungen oft versuchten, das Franchise neu zu interpretieren, scheint die kommende Serie von Amazon Prime Video einen anderen Weg einzuschlagen: pure Nostalgie gepaart mit moderner Inszenierung. Wir bei das-unternehmer-wissen.de analysieren regelmäßig die Strategien der großen Streaming-Dienste und Produktionsfirmen, und der neueste Schachzug von Amazon deutet auf einen gezielten Angriff auf die Herzen der langjährigen Fans hin. Nun gibt es das erste offizielle Bildmaterial, das die Richtung der Produktion unmissverständlich vorgibt.
Ein Outfit mit Signalwirkung: Hommage an die PlayStation-Ära

Das erste veröffentlichte Foto von Sophie Turner in ihrer neuen Paraderolle hat in den sozialen Netzwerken sofort für Furore gesorgt. Anders als Alicia Vikander im Reboot von 2018, die sich optisch an der düsteren „Survival-Timeline“ der neueren Spiele orientierte, kehrt Turner visuell zu den Ursprüngen zurück. Wie die BBC in ihrem Bericht zur Veröffentlichung informiert, trägt die Schauspielerin das legendäre türkisfarbene Tanktop und die braunen Shorts.
Dieser Look ist eine direkte Referenz an das Originalspiel von 1996, das damals auf der ersten PlayStation erschien und Lara Croft über Nacht zum Weltstar machte. Amazon MGM Studios bestätigte zudem, dass die Produktion der Serie offiziell begonnen hat. Für Sophie Turner, die einem weltweiten Publikum vor allem als Sansa Stark aus dem Fantasy-Epos „Game of Thrones“ bekannt ist, bedeutet dies eine enorme Herausforderung. Sie tritt in, wie sie selbst sagt, „riesige Fußstapfen“, die zuvor von Oscar-Preisträgerinnen wie Angelina Jolie und Alicia Vikander ausgefüllt wurden.
Hochkarätiges Team vor und hinter der Kamera
Doch Amazon verlässt sich nicht allein auf die visuelle Wiedererkennbarkeit der Hauptfigur. Das Projekt, das bereits im September angekündigt wurde, wartet mit einer beeindruckenden Besetzung auf. Neben Turner werden Hollywood-Größen wie Sigourney Weaver („Alien“) und Jason Isaacs („The White Lotus“) zu sehen sein. Auch Celia Imrie, bekannt aus „The Best Exotic Marigold Hotel“, gehört zum Ensemble.
Interessant ist vor allem die kreative Leitung hinter den Kulissen. Das Drehbuch stammt aus der Feder von Phoebe Waller-Bridge, der gefeierten Schöpferin von „Fleabag“. Ihre Beteiligung lässt darauf schließen, dass die Serie trotz des klassischen Looks der Heldin auch inhaltlich Tiefe und jenen scharfsinnigen Humor bieten könnte, für den Waller-Bridge bekannt ist. Die Kombination aus nostalgischer Ästhetik und modernem Storytelling könnte der Schlüssel sein, um sowohl Veteranen der ersten Stunde als auch ein neues Publikum abzuholen.
Der Goldrausch der Game-Adaptionen
Die Entscheidung, „Tomb Raider“ erneut als Live-Action-Format aufzulegen, kommt nicht von ungefähr. Der Markt für Videospielverfilmungen hat sich in den letzten Jahren von einem Nischensegment zu einem der profitabelsten Bereiche der Unterhaltungsindustrie gewandelt. Amazon selbst feierte zuletzt mit der Adaption der postapokalyptischen Reihe „Fallout“ massive Erfolge, die bereits in eine zweite Staffel geht.
Dieser Trend setzt sich fort: Wie aus Branchenkreisen bekannt wurde, arbeitet der Streaming-Gigant auch an einer Umsetzung des PlayStation-Hits „God of War“, für die der „The Walking Dead“-Darsteller Ryan Hurst als Kratos verpflichtet wurde. Diese Synergieeffekte zwischen Serie und Spiel sind gewollt. Entwickler Crystal Dynamics kündigte passend zum Hype zwei neue Spiele an – eine Neuinterpretation des allerersten Abenteuers sowie eine komplett neue Geschichte, die in Nordindien spielt. Für Amazon und die beteiligten Studios ist die Marke „Tomb Raider“ also weit mehr als nur eine weitere Serie; es ist der Versuch, ein multimediales Ökosystem neu zu beleben.

