Die ruhigen Tage im Gesundheitswesen sind vorerst vorbei. Während wir uns auf bankrecht-ratgeber.de üblicherweise mit den finanziellen und rechtlichen Aspekten des Arbeitslebens beschäftigen, sorgt derzeit ein medizinischer Faktor für massive Ausfälle in Unternehmen und Behörden. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat den offiziellen Beginn der Grippewelle in Deutschland bestätigt. Die Kurve der Infektionen zeigt steil nach oben, und Experten warnen vor einer erheblichen Belastung des Gesundheitssystems in den kommenden Wochen.
RKI bestätigt: Die Influenza dominiert das Geschehen
Lange Zeit dominierten andere Atemwegserkrankungen das Bild, doch nun hat sich das Blatt gewendet. Wie die Tagesschau unter Berufung auf aktuelle Daten informiert, sind die Kriterien für den Beginn einer Grippewelle nun erfüllt. Das RKI definiert diesen Startpunkt, wenn in den untersuchten Sentinel-Proben – das sind repräsentative Stichproben aus Arztpraxen – bei mehr als jedem fünften Patienten mit akuter Atemwegserkrankung Influenza-Viren nachgewiesen werden.
Dieser Schwellenwert wurde nun deutlich überschritten. Die Dynamik der Ausbreitung ist typisch für diese Jahreszeit, trifft aber auf eine Bevölkerung, deren Immunsystem bereits durch andere zirkulierende Erreger gefordert ist. Besonders auffällig ist die Zunahme der Influenza A-Viren, die traditionell für schwerere Krankheitsverläufe verantwortlich gemacht werden können als die B-Varianten.
Ein gefährlicher Mix aus Viren
Die aktuelle Situation ist komplexer als in früheren Jahren, da die Influenza nicht isoliert auftritt. Mediziner sprechen von einer Ko-Zirkulation mehrerer Erreger. Neben der echten Grippe sind weiterhin das RS-Virus (Respiratorisches Synzytial-Virus), das besonders für Kleinkinder und Säuglinge gefährlich ist, sowie diverse Varianten des Coronavirus aktiv.
Diese Gemengelage führt zu einer hohen Grundlast in den Kliniken und Hausarztpraxen. Symptomatisch sind die Erkrankungen für den Laien oft schwer zu unterscheiden: Plötzliches hohes Fieber, trockener Reizhusten sowie starke Kopf- und Gliederschmerzen deuten jedoch meist auf eine Influenza hin, während eine „normale“ Erkältung oft schleichender beginnt. Das RKI mahnt zur Vorsicht: Wer Symptome zeigt, sollte Kontakte meiden, um die Infektionsketten zu unterbrechen – eine Lektion, die aus den Pandemiejahren geblieben ist.
Zeitfenster für Schutzmaßnahmen schließt sich
Angesichts der steigenden Zahlen rückt die Frage nach dem Impfschutz wieder in den Fokus. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung insbesondere für Menschen ab 60 Jahren, Schwangere sowie Personen mit chronischen Grunderkrankungen. Auch für medizinisches Personal ist der Schutz essenziell, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden.
Zwar benötigt der Körper nach der Impfung etwa 10 bis 14 Tage, um einen vollständigen Schutz aufzubauen, doch Experten betonen, dass es für eine Impfung noch nicht zu spät sei, da sich die Welle oft über mehrere Monate erstreckt. Ob die diesjährige Grippesaison so heftig ausfallen wird wie die vorangegangene, lässt sich derzeit noch nicht abschließend prognostizieren. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie resilient das deutsche Gesundheitssystem gegenüber diesem erneuten Belastungstest ist.

