Es gibt Nachrichten, die den routinierten Politikbetrieb schlagartig zum Stillstand bringen und parteipolitische Gräben für einen Moment bedeutungslos machen. Der plötzliche Tod eines langjährigen Weggefährten und Gestalters gehört dazu. Wir bei das-unternehmer-wissen.de beschäftigen uns oft mit Führungspersönlichkeiten und deren Einfluss auf Strukturen und Entscheidungen – heute jedoch müssen wir den Verlust eines Mannes vermelden, der die Landespolitik in Sachsen-Anhalt über Jahrzehnte maßgeblich geprägt hat. Rüdiger Erben, der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion, ist tot.
Ein plötzlicher Verlust für die Landespolitik
Die Meldung verbreitete sich am heutigen Tag wie ein Lauffeuer durch die Flure des Landtags in Magdeburg und hinterließ Bestürzung und Unglauben. Rüdiger Erben, der als einer der profiliertesten Innenpolitiker des Landes galt, wurde nur 57 Jahre alt. Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) unter Berufung auf Parteikreise berichtet, kam der Tod des Politikers völlig überraschend.
Erben war kein Mann der leisen Töne, wenn es um die Sache ging, aber er war bekannt als verlässlicher Arbeiter im Maschinenraum der Demokratie. Seit 2006 (mit Unterbrechung) gehörte er dem Landtag an und fungierte zuletzt als Parlamentarischer Geschäftsführer – eine Position, die viel strategisches Geschick und diplomatisches Feingefühl erfordert, um die unterschiedlichen Strömungen einer Fraktion zu bündeln und die parlamentarischen Abläufe zu organisieren.
Vom Staatssekretär zum parlamentarischen Schwergewicht
Die politische Karriere des Weißenfelsers war geprägt von einer tiefen Kenntnis der Sicherheitsarchitektur. Vor seiner Zeit als herausragender Parlamentarier diente er als Staatssekretär im Innenministerium von Sachsen-Anhalt. Diese Expertise machte ihn auch in der Opposition und später in der Regierungskoalition zu einem geachteten Fachmann, dessen Wort bei Polizei- und Sicherheitsfragen Gewicht hatte.
Kollegen und politische Gegner beschreiben ihn als „Vollblutpolitiker“. Er war jemand, der die Auseinandersetzung nicht scheute, dabei aber stets an der Lösung orientiert blieb. Sein plötzliches Fehlen reißt eine Lücke in die Reihen der Sozialdemokraten, die nur schwer zu schließen sein wird. In den sozialen Netzwerken und in ersten Stellungnahmen drückten Politiker verschiedener Couleur ihre tiefe Betroffenheit aus. Es ist der Verlust eines Mannes, der sein Berufsleben dem Dienst an der Öffentlichkeit gewidmet hat, und dessen Stimme im Magdeburger Plenum nun fehlen wird. Die Anteilnahme gilt in diesen schweren Stunden vor allem seiner Familie und den engsten Angehörigen.

