Die deutsche Wirtschaft scheint nicht zur Ruhe zu kommen. Nach Jahren der Pandemie, der Energiekrise und der Inflation zeichnet sich am Horizont bereits das nächste, womöglich noch bedrohlichere Szenario ab. Für das Jahr 2026 prognostizieren Kreditversicherer und Ökonomen eine massive Zunahme an Unternehmensinsolvenzen. In Zeiten solcher wirtschaftlichen Umbrüche ist rechtliche und finanzielle Weitsicht, wie wir sie auf unserem Portal thematisieren, für Gläubiger und Schuldner gleichermaßen überlebenswichtig.
Die Zahlen sind alarmierend und deuten darauf hin, dass die bisherigen Anpassungsprozesse der Wirtschaft noch lange nicht abgeschlossen sind. Während die Politik oft von einer Erholung spricht, zeichnet die Realität in den Auftragsbüchern und Bilanzen vieler Unternehmen ein anderes Bild. Besonders brisant ist der Vergleich mit der Vergangenheit: Die kommende Welle könnte die Dimensionen der großen Finanzkrise von 2009 nicht nur erreichen, sondern sogar übertreffen.
Ein toxischer Mix aus Belastungen
Die Gründe für diese negative Dynamik sind vielschichtig und struktureller Natur. Es handelt sich nicht um eine bloße konjunkturelle Delle, sondern um das Ergebnis eines jahrelangen „Perfekten Sturms“. Hohe Energiekosten, bürokratische Hürden und eine schwächelnde weltweite Nachfrage setzen dem Standort Deutschland zu. Hinzu kommt der sogenannte Nachholeffekt: Viele Unternehmen, die während der Pandemie durch staatliche Hilfen künstlich am Leben gehalten wurden, müssen sich nun der harten Marktrealität ohne Stützräder stellen.
Wie Focus Online unter Berufung auf aktuelle Daten der Kreditversicherer berichtet, rechnen Experten damit, dass Deutschland im internationalen Vergleich besonders hart getroffen wird. Während sich andere Industrienationen schneller erholen oder stabilisieren, leidet die Bundesrepublik unter ihrer Abhängigkeit vom exportorientierten verarbeitenden Gewerbe, das derzeit weltweit unter Druck steht.
Große Namen, große Risiken
Besonders besorgniserregend ist nicht nur die absolute Anzahl der erwarteten Insolvenzen, sondern die Zunahme der sogenannten Großinsolvenzen. Wenn namhafte Unternehmen mit Umsätzen im Millionen- oder Milliardenbereich straucheln, löst dies oft einen gefährlichen Dominoeffekt aus. Zulieferer, Dienstleister und Banken werden mit in den Abwärtsstrudel gezogen.
Die Kreditversicherer warnen davor, dass diese Kettenreaktion 2026 ihren Höhepunkt erreichen könnte. Dies hätte direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und die Kreditvergabepraxis der Banken. Wenn Finanzinstitute vorsichtiger werden und die Kreditlinien straffen („Credit Crunch“), fehlt auch gesunden Unternehmen die nötige Liquidität für Investitionen – ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist. Die Bundesregierung und die Wirtschaftsverbände stehen vor der immensen Herausforderung, Rahmenbedingungen zu schaffen, die diesen Trend noch abmildern können, bevor die Statistik Realität wird.

