In Deutschland leben derzeit rund 1,78 Millionen Menschen mit Demenz. In den kommenden Jahrzehnten könnte diese Zahl deutlich steigen: Aktuellen Schätzungen zufolge könnten bis zum Jahr 2050 zwischen 2,3 und 2,6 Millionen Menschen betroffen sein. Als einen der wichtigsten Gründe für diese Entwicklung nennen Experten die Alterung der Bevölkerung. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf t-online.
Demenzrisiko steigt im hohen Alter deutlich
Die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken, nimmt mit dem Alter erheblich zu. Unter den 65- bis 69-Jährigen sind vergleichsweise wenige Menschen betroffen: etwa 1,1 Prozent der Männer und 1,4 Prozent der Frauen.
Bei Menschen über 90 Jahren sieht die Situation deutlich anders aus. In dieser Altersgruppe liegt der Anteil bei rund 30,8 Prozent unter Männern und 44,7 Prozent unter Frauen.
Gleichzeitig beobachten Fachleute eine weitere Entwicklung: Demenzerkrankungen beginnen bei vielen Menschen offenbar zunehmend später. Dies wird unter anderem mit einer insgesamt besseren gesundheitlichen Verfassung der Bevölkerung in Verbindung gebracht.
Dieser Effekt kann die demografische Entwicklung jedoch nicht ausgleichen. Je mehr Menschen ein sehr hohes Alter erreichen, desto größer wird auch die absolute Zahl der Demenzkranken.
Bis zur Mitte des Jahrhunderts dürfte deshalb die Zahl der Menschen deutlich steigen, die medizinische Versorgung, Betreuung und Unterstützung im Alltag benötigen.
Die meisten Demenzkranken leben in Nordrhein-Westfalen
In absoluten Zahlen leben die meisten Menschen mit Demenz in den bevölkerungsreichsten Bundesländern.
In Nordrhein-Westfalen sind es rund 353.000 Menschen. Bayern folgt mit etwa 253.000 Betroffenen, in Baden-Württemberg sind es rund 219.000.
Die absolute Zahl allein zeigt allerdings nicht, wie stark Demenz gemessen an der Gesamtbevölkerung eines Bundeslandes verbreitet ist.
Bei diesem Vergleich fallen vor allem mehrere ostdeutsche Bundesländer auf.
Sachsen und Sachsen-Anhalt haben besonders hohe Anteile
In Sachsen und Sachsen-Anhalt leben jeweils rund 2,6 Prozent der Bevölkerung mit Demenz. In Thüringen liegt der Anteil bei etwa 2,5 Prozent.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Altersstruktur. In diesen Bundesländern ist das Durchschnittsalter der Bevölkerung vergleichsweise hoch.
In Bundesländern mit einer jüngeren Bevölkerungsstruktur fällt der Anteil dagegen niedriger aus. In Hamburg liegt er beispielsweise bei rund 1,7 Prozent, in Berlin bei etwa 1,8 Prozent.
Die regionalen Unterschiede hängen damit nicht nur von der Einwohnerzahl ab, sondern insbesondere davon, wie groß der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung ist.
Pflege von Menschen mit Demenz belastet vor allem Angehörige
Mit der steigenden Zahl der Betroffenen rückt auch die Frage stärker in den Mittelpunkt, wer die alltägliche Betreuung von Menschen mit Demenz übernehmen kann.
Ein erheblicher Teil dieser Arbeit wird derzeit von Familienmitgliedern und anderen nahestehenden Personen geleistet. Die Betreuung durch Angehörige bleibt damit eine wichtige Säule der Versorgung von Demenzkranken.
Angesichts der erwarteten Zunahme der Erkrankungszahlen warnen Vertreter von Fachorganisationen davor, die Unterstützung pflegender Angehöriger zu reduzieren.
Gleichzeitig wird über grundlegende Veränderungen in der Pflegeversicherung und der langfristigen Versorgung diskutiert. Steigt die Zahl älterer Menschen mit Demenz weiter, dürfte auch der Bedarf an professionellen Pflegeangeboten und an Unterstützung für betroffene Familien zunehmen.
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