Das Währungspaar EUR/USD hat seinen Abwärtstrend nach dem Bruch der wichtigen technischen Marke von 1,1390 fortgesetzt. Der Kurs fiel auf rund 1,1375 und setzte damit die Abwärtsbewegung fort, die sich seit dem 24. September deutlich beschleunigt hat. Der Euro notiert inzwischen unter den wichtigsten gleitenden Durchschnitten. Am Devisenmarkt richtet sich der Blick nun zunehmend auf die Jahrestiefstände. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf tradersunion.
EUR/USD durchbricht wichtige Unterstützung bei 1,1390
Die Marke von 1,1390 hatte dem Euro über mehrere Monate als wichtige Unterstützung gedient. Der Bruch dieses Niveaus hat das kurzfristige technische Bild verändert und den Weg in niedrigere Kursbereiche geöffnet.
Die nächste relevante Unterstützungszone liegt zwischen 1,1340 und 1,1320. In diesem Bereich befindet sich eines der entscheidenden Tiefs des laufenden Jahres. Sollte der Verkaufsdruck anhalten, könnte anschließend die Zone zwischen 1,1320 und 1,1300 in den Mittelpunkt rücken.
Gleichzeitig erhöht die Nähe zum Jahrestief das Risiko stärkerer Kursschwankungen. Sollte EUR/USD wieder über 1,1390 steigen und sich oberhalb von 1,1400 stabilisieren, könnten einige nach dem Ausbruch eröffnete Short-Positionen geschlossen werden. In diesem Szenario wären 1,1440 bis 1,1470 die nächsten technischen Marken.
Solange der Kurs jedoch unter der verlorenen Unterstützung bleibt, hält der Druck auf den Euro an.
EUR/USD-Prognose: Diese Kursmarken stehen im Fokus
Kurzfristige Berechnungen deuten darauf hin, dass sich der Kurs zunächst in der Nähe des aktuellen Niveaus bewegen könnte. Auf längeren Zeithorizonten wird dagegen eine weitere Abschwächung des Euro nicht ausgeschlossen.
Die prognostizierten Werte im Überblick:
- 24 Stunden – etwa 1,1365;
- 48 Stunden – etwa 1,1369;
- 7 Tage – rund 1,1380;
- 1 Monat – etwa 1,1208;
- 3 Monate – rund 1,1040;
- 6 Monate – etwa 1,1358;
- 12 Monate – rund 1,1048.
Zwischenzeitlich sind deutlich stärkere Schwankungen möglich. Besonders relevant bleiben dabei die technischen Bereiche um 1,1390 und 1,1320.
Konjunkturdaten aus der Eurozone bleiben robust
Der Rückgang des Euro erfolgt trotz vergleichsweise solider Wirtschaftsdaten aus der Eurozone. Der vorläufige Composite-PMI stieg im September von 52,0 auf 53,1 Punkte und übertraf damit die Markterwartungen von rund 51,5 Punkten.
Der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor erhöhte sich auf 53,0 Punkte. Der PMI für das verarbeitende Gewerbe blieb bei 52,7 Punkten.
Auch Deutschland lieferte positive Signale. Der Composite-PMI erreichte 53,8 Punkte. Gleichzeitig stieg der Dienstleistungsindex auf 52,9 Punkte und kehrte damit in den Bereich wirtschaftlicher Expansion zurück.
In Frankreich verbesserte sich der Dienstleistungs-PMI von 48,0 auf 51,4 Punkte. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie sank dagegen auf 50,3 Punkte.
Inflation begrenzt den Spielraum der EZB
Ein weiterer wichtiger Faktor für den Devisenmarkt bleibt die Inflation. Im August lag die jährliche Teuerungsrate in der Eurozone bei 3,2 Prozent. In Deutschland wurden 2,9 Prozent und in Frankreich 2,4 Prozent gemeldet.
Die Europäische Zentralbank erhöhte den Einlagensatz am 10. September um 25 Basispunkte auf 2,50 Prozent. Nach den robusten PMI-Daten für September haben sich auch die Erwartungen an die nächsten geldpolitischen Entscheidungen verändert.
Am Markt wird die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Zinserhöhung bei der Sitzung im Oktober auf rund 50 Prozent geschätzt. Der weitere Verlauf der EZB-Zinsen dürfte vor allem von neuen Inflations- und Konjunkturdaten abhängen.
Straffere Fed-Politik stärkt den US-Dollar
Ein wesentlicher Belastungsfaktor für EUR/USD bleibt die Geldpolitik in den USA. Die US-Notenbank Federal Reserve erhöhte ihre Zielspanne für den Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent.
Die mediane Prognose der Mitglieder des Offenmarktausschusses FOMC deutet auf einen Zinssatz von rund 4,1 Prozent zum Ende des Jahres 2026 hin.
Die US-Inflation beschleunigte sich im August auf 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat. Die Kerninflation lag bei 2,4 Prozent. Gleichzeitig nahm die Beschäftigung um 162.000 Stellen zu, während die Arbeitslosenquote bei 4,1 Prozent lag.
Zusätzliche Unterstützung erhielt der US-Dollar-Kurs durch die amerikanischen PMI-Daten für September. Der Index für die Produktionsaktivität sprang auf 57,0 Punkte. Anschließend stiegen die Renditen von US-Staatsanleihen, während die Erwartungen an eine weitere Zinserhöhung der Fed zunahmen.
Der Dollar erreichte dadurch sein stärkstes Niveau seit rund zwei Monaten. Gleichzeitig fiel der Euro-Dollar-Kurs in den Bereich von 1,1380.
Welche Marken sind für EUR/USD jetzt entscheidend?
Nach dem Bruch der Unterstützungszone zwischen 1,1400 und 1,1390 richtet sich die technische Aufmerksamkeit auf den Bereich zwischen 1,1340 und 1,1320. Ein weiterer Rückgang könnte den Kurs anschließend in Richtung 1,1320 bis 1,1300 führen.
Für eine Erholung müsste der Euro zunächst wieder über 1,1390 bis 1,1400 steigen. Darüber befindet sich die nächste Widerstandszone zwischen 1,1440 und 1,1470.
Damit bleiben für die EUR/USD-Prognose insbesondere die Bereiche 1,1300 bis 1,1320 auf der Unterseite sowie 1,1390 bis 1,1400 auf der Oberseite von Bedeutung.
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