Zweimal im Jahr stellen die Menschen in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern ihre Uhren um – im Frühjahr eine Stunde vor und im Herbst eine Stunde zurück. Weltweit wird diese Praxis jedoch immer seltener. Nur noch rund 70 Länder und Gebiete nutzen eine saisonale Zeitumstellung, während die Mehrheit der Staaten das ganze Jahr über bei einer festen Zeit bleibt. In der Europäischen Union wird bereits seit Jahren über eine Abschaffung diskutiert, eine gemeinsame Entscheidung der Mitgliedstaaten steht jedoch weiterhin aus. Schreibt bankrecht-ratgeber mit Bezug auf fr.de.
SEO-Untertitel: Deutschland und die EU stellen weiterhin die Uhren um, obwohl die meisten Länder weltweit auf eine saisonale Zeitumstellung verzichten
Die meisten Länder der Welt stellen ihre Uhren nicht um
Die saisonale Zeitumstellung ist vor allem in Europa und Teilen Nordamerikas verbreitet. In vielen Staaten Asiens, Afrikas und Lateinamerikas wurde sie entweder nie eingeführt oder später wieder abgeschafft.
Ein Beispiel dafür ist Japan. Das Land beendete die saisonale Zeitumstellung bereits 1951 und verwendet seitdem ganzjährig die Standardzeit.
Auch in China gibt es keinen Wechsel zwischen Sommer- und Winterzeit. Trotz der enormen geografischen Ausdehnung des Landes gilt offiziell einheitlich die Pekinger Zeit UTC+8. Zwischen 1986 und 1991 wurde die Sommerzeit zeitweise erprobt, anschließend jedoch wieder abgeschafft.
Auch in Afrika spielt die Zeitumstellung kaum eine Rolle. Besonders in Ländern nahe dem Äquator verändert sich die Tageslänge im Jahresverlauf deutlich weniger als in nördlichen Breitengraden. Eine saisonale Verschiebung der Uhrzeit bietet dort daher nur einen begrenzten praktischen Nutzen.
Brasilien und Mexiko haben die Zeitumstellung abgeschafft
In den vergangenen Jahrzehnten haben mehrere Länder Lateinamerikas die saisonale Zeitumstellung beendet. Ursprünglich wurde die Sommerzeit unter anderem mit möglichen Energieeinsparungen begründet, da das Tageslicht am Abend länger genutzt werden konnte.
Mit der Veränderung des Energieverbrauchs verlor dieses Argument jedoch an Bedeutung. Moderne Beleuchtung benötigt weniger Strom, gleichzeitig haben Klimaanlagen und andere elektrische Geräte einen größeren Anteil am Energieverbrauch.
Brasilien stellte die saisonale Zeitumstellung 2019 ein. Die Behörden kamen zu dem Ergebnis, dass die Auswirkungen auf das Stromsystem nicht mehr ausreichten, um die bisherige Regelung beizubehalten.
Mexiko schaffte die Sommerzeit 2022 ebenfalls weitgehend ab. Ausnahmen bestehen für bestimmte Gebiete an der Grenze zu den USA, wo eine zeitliche Abstimmung für Wirtschaft, Verkehr und grenzüberschreitende Beziehungen eine wichtige Rolle spielt.
Argentinien verwendet bereits seit 2009 keine saisonale Zeitumstellung mehr.
Welche Länder stellen die Uhren weiterhin um?
Die Regelungen unterscheiden sich je nach Region erheblich. In der Europäischen Union bleibt die saisonale Zeitumstellung grundsätzlich bestehen. Auch in den USA gilt sie in großen Teilen des Landes, allerdings mit regionalen Ausnahmen.
Die Situation im Überblick:
| Land oder Region | Saisonale Zeitumstellung |
|---|---|
| Deutschland und die meisten EU-Staaten | Gilt weiterhin |
| Japan | Wird nicht angewendet |
| China | Wird nicht angewendet |
| Brasilien | Abgeschafft |
| Mexiko | Weitgehend abgeschafft |
| Türkei | Ganzjährig UTC+3 |
| Australien | Abhängig von Bundesstaat oder Territorium |
| USA | Gilt mit regionalen Ausnahmen |
Australien ist ein besonderes Beispiel. Die Entscheidung über die Sommerzeit wird auf Ebene der Bundesstaaten und Territorien getroffen. Deshalb stellen einige Regionen ihre Uhren um, während andere das ganze Jahr über dieselbe Zeit verwenden.
In den USA gilt die Sommerzeit in den meisten Bundesstaaten. Hawaii und der größte Teil Arizonas verzichten dagegen auf die saisonale Umstellung.
Warum hat die EU die Zeitumstellung noch nicht abgeschafft?
In Europa gewann die Debatte über eine Abschaffung der Zeitumstellung nach einer EU-weiten öffentlichen Konsultation im Jahr 2018 deutlich an Dynamik. Eine große Mehrheit der Teilnehmer sprach sich damals für ein Ende des halbjährlichen Uhrwechsels aus.
2019 unterstützte auch das Europäische Parlament grundsätzlich die Abschaffung der saisonalen Zeitumstellung. Für die praktische Umsetzung ist jedoch eine Abstimmung zwischen den EU-Mitgliedstaaten erforderlich.
Eine zentrale Frage bleibt, welche Zeit anschließend dauerhaft gelten soll. Die Staaten müssten sich entscheiden, ob sie ganzjährig die Standardzeit oder die Sommerzeit verwenden wollen. Unkoordinierte nationale Entscheidungen könnten zusätzliche Zeitunterschiede innerhalb des europäischen Binnenmarktes entstehen lassen.
Davon wären unter anderem Bahn- und Flugpläne, internationale Transporte, Logistik, grenzüberschreitende Unternehmen und weitere Bereiche betroffen, in denen eine abgestimmte Zeitregelung zwischen verschiedenen Ländern wichtig ist.
Deshalb bleibt das bisherige System vorerst bestehen.
Deutschland stellt weiterhin auf Sommer- und Winterzeit um
Für Deutschland haben sich die Regeln im Jahr 2026 nicht geändert. Im Frühjahr werden die Uhren vorgestellt, im Herbst geht es wieder eine Stunde zurück.
Die nächste Umstellung auf die Standardzeit erfolgt am 25. Oktober 2026. Um 03:00 Uhr werden die Uhren auf 02:00 Uhr zurückgestellt. Die Nacht ist damit eine Stunde länger.
Die Zeitumstellung erfolgt in den EU-Staaten nach einem einheitlichen Rhythmus. Die Umstellung auf die Sommerzeit findet am letzten Sonntag im März statt, die Rückkehr zur Standardzeit am letzten Sonntag im Oktober.
Smartphones, Computer und viele vernetzte elektronische Geräte passen die Uhrzeit normalerweise automatisch an. Mechanische Uhren, einige Haushaltsgeräte, Fahrzeuguhren und Geräte ohne automatische Zeitsynchronisierung müssen dagegen unter Umständen manuell eingestellt werden.
Österreich behält die Zeitumstellung bei
Auch in Österreich bleibt die saisonale Zeitumstellung bestehen. Im Herbst 2026 werden die Uhren wie in Deutschland in der Nacht zum 25. Oktober zurückgestellt.
Für die kommenden Jahre sind entsprechende Termine für den Wechsel zwischen Sommer- und Standardzeit vorgesehen. Verbraucher und Unternehmen müssen die Zeitumstellung daher weiterhin bei Reisen, Arbeitszeiten und Fahrplänen berücksichtigen.
Dass Termine für mehrere Jahre festgelegt werden, bedeutet allerdings nicht, dass eine spätere Reform auf EU-Ebene ausgeschlossen ist.
Auch die Ukraine stellt die Uhren vorerst weiter um
In der Ukraine wird seit mehreren Jahren über ein Ende der saisonalen Zeitumstellung diskutiert. Das ukrainische Parlament verabschiedete 2024 einen Gesetzentwurf, der einen Verzicht auf die weitere Umstellung auf Sommerzeit vorsah.
Bis zum Herbst 2026 wurde der endgültige Wechsel zu einer dauerhaft geltenden Zeit jedoch nicht umgesetzt. Daher bleibt die saisonale Zeitumstellung vorerst bestehen.
Damit stellen die Ukraine, Deutschland und zahlreiche weitere europäische Staaten ihre Uhren auch im Herbst 2026 weiterhin um.
In Europa wird weiter über eine dauerhafte Zeitregelung diskutiert
Einzelne europäische Staaten bringen die Abschaffung der Zeitumstellung immer wieder auf die politische Agenda. Bei der Frage nach dem künftigen Modell bestehen allerdings unterschiedliche Positionen.
Ein Teil der Vorschläge sieht eine dauerhafte Standardzeit vor, andere Modelle setzen auf eine ganzjährige Sommerzeit. Zusätzlich spielt die geografische Lage der einzelnen Staaten eine Rolle: Eine einheitliche Regelung kann sich in Nord-, Süd-, West- und Osteuropa unterschiedlich auf die Zeiten von Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auswirken.
Bis zu einer gemeinsamen europäischen Entscheidung gilt deshalb die bisherige Regelung weiter. In Deutschland und den meisten Staaten der Europäischen Union werden die Uhren somit weiterhin zweimal pro Jahr umgestellt.

